Am 27. November 2008 fanden sich zehn interessierte Wirtschaftsjunioren zu einem Brachengespräch bei M. Jürgensen in Sörup ein. Die Einladung versprach einen „Global Player“ und „Hidden Champion“ für Zylinderlaufbuchsen- doch was sind Zylinderlaufbuchsen eigentlich?

 

Der Leiter der Instandhaltung, Jörg Rudloff, informierte uns im „theoretischen Teil“ über die Geschichte und Entwicklung des Betriebes, Geschäftsführer Andreas Willim erklärte die Hintergründe für die absolute Spezialisierung auf ein Nischenprodukt. Denn – so lernten wir – die Zylinderlaufbuchsen von M. Jürgensen werden verbaut in mittelschnell drehenden Viertakt-Dieselmotoren. Diese finden Einsatz in Bootsmotoren für die Passagierschifffahrt sowie in großen Stromgeneratoren. Hier hat man sich ein Know-how aufgebaut, das die Firma in diesem Segment zum Weltmarktführer macht. Innerhalb der letzten sechs Jahre hat sich die Belegschaft auf fast 500 Mitarbeiter beinahe verdoppelt. Selbstverständlich muss sich der Betrieb auch auf die derzeitige wirtschaftliche Lage einstellen, so rechnet man für 2009 mit einem leichten Rückgang. Die Umsatzziele 2008 wurden jedoch gut erreicht, so Jörg Rudloff. „Natürlich spüren wir auch den asiatischen Wettbewerb; und das Vorgehen im Markt – auch von einigen Großkunden – kann man teilweise als unverschämt bezeichnen“, so Andreas Willim. Doch darauf müsse man sich einstellen, den Erfolg in der Zukunft sehe er jedoch nicht gefährdet.

 

Die informative und humorvolle Führung von Herrn Rudloff durch das Unternehmen – von der Gießerei bis zur lasergesteuerten Qualitätsprüfung – beeindruckte uns Wirtschaftsjunioren sehr. So fühlten wir uns zunächst zurückversetzt in das Industriezeitalter des frühen 19. Jahrhunderts, wo Metall in der „Hexenküche“ zu einer flüssigen, glühenden Masse erhitzt wird, versehen mit verschiedenen Zutaten, die nachher die Beschaffenheit des Produktes ausmachen. Wir erfuhren, dass die Maschinen größtenteils gebraucht gekauft werden, nur der so genannte Schlitten behalten und ansonsten die eigentlichen Maschinen selber gebaut und gewartet werden. Wir sahen mehrere Generationen davon und hörten von den unterschiedlichen Bauarten, Arbeitsweisen und Vor- bzw. Nachteilen. Die letzte Station war ein absoluter High-Tech-Bereich und bestätigte den qualitativen Anspruch der Produkte und Verfahren.

 

Abschließend kamen wir noch mal im Besprechungszimmer zusammen, wo Herr Willim uns noch die restlichen Fragen beantworten konnte. Es war eine hochinteressante Veranstaltung, die uns Teilnehmer sicher bereichert hat. Unser Dank gilt Herrn Willim und Herrn Rudloff.

 

Für den Festausschuss
Thorsten Zeidler

Auch dieses Jahr räumen wieder einige Flensburger Unternehmer ihren Chefsessel.

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